"Der Glaube muss in der Kultur eine Rolle spielen, damit die Welt nicht zugrunde geht."
Ludwig Mülheims
Der mit 25.000 Euro dotierte Theaterpreis wird von der Künstlerseelsorge des Erzbistums Köln am Montag, 2. November 2026, 18.00 Uhr, im Museum Kolumba verliehen.
Das Kuratorium würdigte die Werke Palmetshofers, in dessen Stücken eine Gesellschaft beschrieben werde, die an der metaphysischen Leere zugrunde zu gehen droht.
Das Kuratorium begründete seine Entscheidung wie folgt: „Seit über 20 Jahren gehört der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer zu den wesentlichen zeitgenössischen Theaterautoren. Er beschreibt in seinen Stücken eine Gesellschaft, die den traditionellen Himmel längst geräumt hat. Sie droht an der metaphysischen Leere zugrunde zu gehen. Deshalb ist seine Dramatik auch eine Chronik des Verlusts.“
Ewald Palmetshofer (* 15. August 1978 in Linz) ist ein österreichischer Dramatiker. Palmetshofer wuchs in dörflicher Umgebung in Mönchdorf im Mühlviertel auf. In Wien studierte er zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik und wechselte dann zu Theologie und Lehramt Philosophie und Psychologie. In der Saison 2007/08 wurde er von Andreas Beck als Hausautor ans Schauspielhaus Wien geholt und arbeitete dort als Gastdramaturg.
Er wurde in der Kritikerumfrage von Theater heute zum Nachwuchsautor 2008 gewählt. Seine Stücke hamlet ist tot. keine schwerkraft 2008, faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete 2010, die unverheiratete 2014 und Die Verlorenen 2020 wurden zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Die Burgtheaterinszenierung von die unverheiratete wurde ebenfalls zum Theatertreffen Berlin eingeladen. 2008 erhielt er den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Ebenfalls 2008 wurde er für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Bester Nachwuchs für das Hamlet-Stück nominiert. Im Jahr 2015 erhielt er den Mülheimer Dramatikerpreis für die unverheiratete. 2018 wurde er mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis und 2019 mit dem Gert-Jonke-Preis ausgezeichnet. Sein Stück Die Verlorenen, das die Intendanz von Andreas Beck am Residenztheater eröffnete, wurde zu den 45. Mülheimer Theatertagen «Stücke 2020» eingeladen und in der Kritiker/innenumfrage von Theater heute zum Stück des Jahres gewählt. In der Spielzeit 2024/2025 kam Sankt Falstaff, frei nach Shakespeares «King Henry IV», am Residenztheater München zur Uraufführung.
Seine Dramen wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Von 2012 bis 2015 unterrichtete er am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien.
Palmetshofers Stücke wurden uraufgeführt am Wiener Burgtheater, im Schauspielhaus Wien, in der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, im Theater an der Ruhr und am Theater Basel. Ab der Spielzeit 2015/16 wirkte Ewald Palmetshofer als Dramaturg am Theater Basel, seit der Spielzeit 2019/20 arbeitet er als Dramaturg am Residenztheater München.
(Quelle: Wikipedia, Internetseite Residenz-Theater München)
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Laudatio auf Ewald Palmetshofer